Die tschechische Malerin, Grafikerin und Buchkünstlerin Zdenka Braunerová war eine der ersten Frauen, die sich professionell mit bildender Kunst beschäftigte. Sie begann ihre Karriere mit einem Studium in Paris an der Akademie Colarossi und blieb schließlich in Frankreich, wo sie bis Mitte der 1990er Jahre fast ununterbrochen lebte und durch ganz Europa reiste: England, Italien und Deutschland.
Durch ihre Verwandtschaft mit dem französischen Schriftsteller Elémir Bourges wurde Zdenka in den Kreis der französischen Künstlergeneration an der Wende vom 19. zum 20. Gleichzeitig übernahm sie die Rolle der tschechischen Kulturvermittlerin in Frankreich, organisierte mehrere Ausstellungen, insbesondere zur Volkskunst, und illustrierte ins Tschechische übersetzte französische Literatur. Auch nach ihrer Rückkehr nach Böhmen pflegte sie aktiv französische kulturelle und gesellschaftliche Beziehungen, vor allem dank ihrer Freundschaft mit dem Diplomaten und Dichter Paul Claudel, der von 1909 bis 1911 als französischer Konsul in Prag amtierte. Außerdem stand Zdenka mit dem Bildhauer August Rodin in Verbindung, insbesondere nach dessen Prager Ausstellung im Jahr 1902, und während Rodins anschließender Reise nach Mähren war sie seine wichtigste Führerin. Die Künstlerin hat eine Reihe von internationalen Auszeichnungen im Bereich der dekorativen Kunst erhalten, vor allem mit ihren Entwürfen und Glasmalereien.
In ihrem rekonstruierten Atelier herrscht eine einzigartige Atmosphäre, die den Geist des ursprünglichen Anwesens von Zdenka wiedergibt, das sie zu Beginn des 20. Die Künstlerin ließ sich von englischen Wochenendhäusern inspirieren, und Sie werden die ursprüngliche Farbgebung und Ausstattung der Räume sowie die stilvollen Möbel sehen können, die die Künstlerin verwendete. Zu sehen sind außerdem ihre außergewöhnliche Sammlung von Volkskunst und eigenen Kunstwerken, eine Reihe persönlicher und familiärer Gegenstände, ergänzt durch interessante Accessoires aus der Zeit.