Der königliche Garten, der durch den Hirschgraben vom Hauptbereich der Prager Burg getrennt ist, erstreckt sich entlang der Nordseite der Burg, und der Eintritt in diesen wunderschönen, gepflegten Park ist kostenlos.
Das war allerdings nicht immer so: Bis 1990 war dieser Garten Teil der Residenz des tschechischen Präsidenten und daher für die Öffentlichkeit gesperrt. Erst als der Präsident Vaclav Havel es vorzog, woanders zu wohnen, wurde der Königliche Garten wieder für alle geöffnet.
Die Geschichte dieses Ortes geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als der habsburgische Kaiser Ferdinand I. beschloss, zu Ehren seiner Frau einen Renaissancegarten anzulegen. Diese Dame war die berühmte Anna Jagellonská, mit der Ferdinand 15 Kinder hatte und die die Fertigstellung des Gartens leider nicht mehr erlebte - sie starb im Alter von nur 43 Jahren.
Im Mittelalter war dieses Gebiet von Weinbergen bedeckt. Der Kaiser beabsichtigte, den neuen Garten für den Anbau exotischer Pflanzen zu nutzen, die für das mitteleuropäische Klima ungewöhnlich waren. So kamen Ahorne, Kastanienbäume und sogar Tulpen nach Böhmen.
Zu den spektakulärsten Höhepunkten des königlichen Gartens gehören der von italienischen Architekten geschaffene Sommerpalast der Königin Anna, der Singende Brunnen und die Ballspielhalle. Das Belvedere hat eine quadratische Form, die vollständig von Galerien umgeben ist - ein für das 16.
Der Singende Brunnen ist ein weiteres Juwel der Renaissance - er wurde von Tomáš Jaroš geschaffen (demselben Meister, der auch die größte Glocke des Veitsdoms schuf) und ist mit mythischen Figuren und der Statue eines Dudelsackspielers verziert. Und er singt tatsächlich: Wenn die Wassertropfen auf eine Metalloberfläche fallen, sind interessante musikähnliche Klänge zu hören.