Die Prager Stadtbibliothek am Marienplatz wurde zwischen 1925 und 1928 nach einem Entwurf des Architekten František Roith, Schüler des Wiener Akademieprofessors und führenden Architekten Otto Wagner, errichtet. Das Gebäude wurde als Kultureinrichtung konzipiert, die vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bietet, darunter Ausstellungs-, Vortrags- und Konzertsäle.
Der Ostflügel des Gebäudes beherbergt eine repräsentative Suite der Prager Bürgermeister, die im Stil des Art déco eingerichtet ist. Die Architektur des Gebäudes weicht von einem eher rationell konzipierten Grundriss und einer einfachen Anordnung der Massen ab. Die allegorischen Skulpturen über dem Haupteingang und der Balkonbalustrade wurden von Ladislav Kofránek geschaffen. Die Fassade ist mit Travertin verkleidet, der zusammen mit Messing und Kunststein auch für die Innenausstattung verwendet wurde. Das geometrische Ornament an der Decke des zentralen Saals stammt von František Kysela.
Die umfangreichen Ausstellungsräume im 2. Stock wurden 1992 von der Städtischen Galerie Prag erworben. Sie wurden anschließend gründlich umgebaut und dienen heute als Ausstellungsräume für bedeutende Prager Ausstellungen. Zu den Anpassungen gehörte auch eine neue künstlerische Lösung für den Haupteingang der Galerie von der Valentinská-Straße aus, die der Architekt Vlado Milunič 1996 entwarf.